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Süddeutscher Hornstein

   
Direkt zu den einzelnen Varianten des süddeutschen Hornsteins:
Plattenhornstein vom Typ Abensberg-Arnhofen

Unter süddeutschem Hornstein sind hier die Kieselgesteine zusammengefaßt, welche in Süddeutschland, vornehmlich im Gebiet der Fränkischen Alb vorkommen.
Die Hornsteine entstammen überwiegend dem Jura, dessen Schichten weite Teile des Landes entlang der Donau und ihrer Zuflüsse bedeckt. Obwohl nur selten Artefakte aus Hornstein das Rheinland erreicht haben, möchte ich doch die wichtigsten Varianten vorstellen. Einige Hornstein-Arten, wie z.B. der Plattenhornstein aus Abensberg-Arnhofen sind dank ihrer schönen und auffälligen Zeichnung leicht zu identifizieren. Sie können, wenn sie in einer weiten Entfernung vom Ort des natürlichen Vorkommens gefunden werden, Aufschlüsse über kulturelle Beziehungen und Handelswege zu vorgeschichtlicher Zeit geben.

Plattenhornstein vom Typ Abensberg-Arnhofen

Nordöstlich von Abensberg liegt das ausgedehnteste Silexbergwerk Deutschlands. Auf einer Fläche von bis zu 27,6 km² lassen sich nach den Ergebnissen der bisherigen Grabungen insgesamt zwischen 8000 und 18000 Abbauschächte vermuten. Die im Duckelbau betriebenen Schächte haben einen Durchmesser zwischen 1,8 und 2,4m und eine Teufe von 6 bis 8m. Hochrechnungen ergeben eine Gesamtabbaumenge von etwa 1500 t Hornstein-Rohmaterial. Der Abbau begann zu bandkeramischer Zeit und lief über 700 Jahre bis zur Zeit der Münchshöfener Gruppe. (Rind M. M. 1999)
Abensberg-Arnhofen ist der bekannteste und am leichtesten zu erkennende Hornstein aus dem Alb-Gebiet. Es handelt sich bei ihm um einen gebänderten Jura-Plattenhornstein bester Qualität. Die Bänder liegen parallel im Gestein, an den Kanten ist das Material transluzid, die Farbe ist blau-grau. Die graue Rinde ist verhältnismäßig glatt und fühlt sich weich an. Die Bildung des Gesteins begann im Malm mit dem Absetzen regelmäßig geschichteter Plattenkalke. In der Unterkreide verwitterten die Kalke und reicherten sich mit Kieselsäure an. Im Gebiet der Anbensberger Schüssel wurde die Gesteinsformation ab dem Jung-Tertiär von einer Sand- und Kiesschicht überdeckt.
Abensberg-Arnhofen-Hornstein war ein bevorzugtes Rohmaterial in der ausgehenden Bandkeramik und vor allem im Mittelneolithikum. Er wurde über weite Strecken gehandelt, vielleicht taucht das eine oder andere Stück im Fundgut eines rheinischen Sammlers auf.
Die Fotos wurden mir von meinem Freund E. Süß aus der Oberpfalz zur Verfügung gestellt

Hornstein von Abensberg-Arnhofen.

Abschlag von eine Platte, gut ist die parallele Bänderung zu erkennen.

 

Literatur:

Rind M.M. (1999): D5 Abensberg-Arnhofen, Lkr. Kelheim. In: 5000 Jahre Feuersteinbergbau - die Suche nach dem Stahl der Steinzeit, 3. Auflage, Bochum, 447
   
   
   
   
 

 

 

 
     

 

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