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Radiolarit

   
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Phtanite d'Ottignies

Radiolarit, auch Lydit oder Kieselschiefer genannt, ist ein stark verfestigtes Gestein von meist schwarzer Farbe, das zu 95% aus Kieselsäure besteht. Manche Radiolarite sind schwarz, andere gebändert oder kreuz und quer von Quarzadern durchzogen. Die Gerölle sind vorwiegend eckig und kantengerundet und haben eine dichte, glänzende Oberfläche. Kieselschiefer kommt recht häufig im Geröll der Kölner Bucht vor, selten sind allerdings die roten Radiolarite aus dem Alpenraum. Die Gerölle stammen hauptsächlich aus devonischen und karbonischen Schichten des Lahngebietes sowie aus silurischen und devonischen Vorkommen des Frankenwaldes. Die Kieselsäure stammt wahrscheinlich aus submarinen heißen Quellen, deren Tätigkeit mit dem Diabasvulkanismus verbunden war. Die schwarze Farbe ist durch Beimengung von Kohlenstoff entstanden, der wiederum durch Umwandlung organischer Stoffe (Algen, Radiolarien) erzeugt wurde. (Altmeyer H. 1982)

Die unterschiedliche Namensgebung für Radiolarite bezieht sich auf das erdgeschichtliche Alter des Gesteins. Paläozoische Radiolarite werden oft als Lydit oder Kieselschiefer bezeichnet, mesozoische hingegen immer schon als Radiolarit. Eine Klassifikation nach dem Alter ist aber wenig sinnvoll.
Radiolarit ist der allgemein gültige Name. (Vinx R. 2008)

Radiolarit, wie er in den Geröllen des Rheinlandes vorkommt.

Phtanite d'Ottignies

Es handelt sich um schwarzen verkieselten Schiefer mit kleinen weißen oder blauweißen Zonen. Das Gestein bricht muschelig. Die Oberfläche der am Lagerort vorkommenden Gerölle hat oft eine gräulich-beige Farbe, der Kern ist schwarz. Das Vorkommen liegt im Zentrum Belgiens, im wallonischen Brabant, zwischen den Orten Ottignies und Louvain-la-Neuve an den Ufern des Flüßchens Malaise.
Auf rheinischen Fundstellen der Bandkeramik findet man recht selten Dechselklingen aus Phtanite d'Ottignies. Die Artefakte aus diesem Kieselschiefer haben einen matten Glanz und zeigen kaum Verwitterungsspuren. Das Material wurde in Gegenden, die näher am Ort des Vorkommens liegen, seit dem Paläolithikum zur Geräteherstellung verwendet.
Es besteht Verwechslungsgefahr mit Tonschiefer. Dieser läßt sich mit der Stahlnadel ritzen, Kieselschiefer nicht!

Dechselklinge aus Phtanite d'Ottignies

 



Literatur:

Altmeyer H. (1982): Rheingerölle und ihre Herkunft. In: Rheinische Landschaften, Schriftenreihe für Naturschutz und Landschaftspflege, Heft 22, Köln, 3-21
Vinx R. (2008): Gesteinsbestimmung im Gelände, Berlin
   
   
   
   
 

 

 

 
     

 

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