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Farbsteine

   
Unter dem Begriff Farbsteine sind hier jene Gesteinsarten zusammengefaßt, die in der Steinzeit nicht zur Geräte-, sondern zur Farbherstellung genutzt wurden.
Der bekannteste Farbstein ist der Hämatit, auch bekannt als Roteisenerz oder Rötel. Es handelt sich um Eisenoxyd mit der chemischen Formel Fe2O3. Das Gestein ist verhältnismäßig schwer, die Dichte liegt bei 5,2 g/cm³.
Hämatit tritt als Mineral in verschiedenen Formen auf. Die oolithische Ausprägung hat eine Oberfläche, deren kleine Kügelchen an Fischrogen erinnern. Dichtes Roteisenerz ist hart und hat einen flachmuscheligen oder ebenen Bruch. Rötel oder Eisenocker ist ein mit Ton vermischtes, relativ weiches Erz.
Roteisenerz kann in devonischen Schichten vorkommen, die Nordeifel wäre also ein potentieller Herkunftsort. Man kennt aber keine Lagerstätte in der näheren Region. In jüngster Zeit soll in der Gegend um Euskirchen eine kleines Vorkommen entdeckt worden sein, Details hierzu sind mir aber nicht bekannt. Da Roteisenstein eines der wertvollsten Eisenerze ist, würden man ergiebige Lagerstätten auch noch heute kennen - es sei denn, sie wären bereits in vorgeschichtlicher Zeit vollständig augebeutet worden. Bei Hillesheim wurde späthallstattzeitlich und bei Ahrweiler in der Römerzeit Eisen aus Roteisenerz verhüttet. Da zu jener Zeit die Hütten immer nah beim Bergwerk betrieben wurden, muß es dort auch entsprechend ergiebige Erzvorkommen gegeben haben. (Kronz A. 2003)
Hämatit wurde seit dem Paläolithikum von Menschen als Farbstoff benutzt. In Gräbern fand man rote Schichten, die aus verstreutem Hämatitpulver bestehen. Solche Hämatitschichten sind auch von den bandkeramischen Gräbern bekannt. Vielleicht assozierte man die rote Farbe mit der des Blutes.
In der Düren- Jülicher Gegend findet man Hämatit, häufig als facettierte Steine, vor allem auf linearbandkeramischen Siedlungsplätzen. Das Erz kommt in verschiedenen Varianten vor und wird folglich von verschiedenen Quellen stammen.

Facettierter Hämatitstein aus oolithischem Material.

Die Vergrößerung zeigt das "Fischrogenmuster".

ein sehr harter und dunkler facettierter Roteisenstein.

Heller, weicher Rötel.

 

Literatur:

Kronz A. (2003), Keltische und römische Eisengewinnung in der Eifel. In: K. Reger (Hrsg.), 6. Internationaler Bergbau-Workshop in Rescheid/Eifel 1. bis 5. Oktober 2003, Heimatverein Rescheid, Hellental/Eifel, 60-65
   
   
   
   
 

 

 

 
     

 

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