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Neolithische Dechselklingen aus Feuerstein

   


Dechselklingen aus Feuersteingrundformen bilden erst seit kurzer Zeit eine eigene Kategorie unter den steinzeitlichen Artefakten. In der Literatur stieß man früher auf vielfältige Bezeichnungen, wie "beilartiges Werkzeug", "Scheibenbeil mit angeschliffener Schneide" oder "Meißel". Erst J. Weiner erkannte die funktionellen und formenkundlichen Gemeinsamkeiten der Feuersteindechselklingen. Verbindende Merkmale der Klasse sind eine flache Ventralseite und eine gewölbte Dorsalseite, die von der Gestalt der Grundformen, Abschlägen oder Klingen, herrührt. Häufig haben die Stücke eine leichte bis deutliche Längswölbung. Im Querschnitt sind sie selten symmetrisch, meist ist er dreieckig oder trapezförmig. Der Schliff konzentriert sich oft nur auf den Bereich der Schneide, die manchmal wie bei den Dechselklingen aus Felsgestein aufgewippt ist. Die Lateralseiten sind nicht immer geschliffen, oft nur retuschiert. Trotzdem handelt es sich nicht um "ad hoc-Geräte"(Weiner J. 1999)
Aus bruchmechanischen und schäftungstechnischen Gründen müssen solche Klingen quergeschäftet gewesen sein.
Dechselklingen aus Feuersteingrundformen treten ab dem Jungneolithikum auf, im Endneolithikum wird ein Schwerpunkt erkennbar.


Diese Dechselklinge aus Rijckholt-Feuerstein ist aus einem massiven Abschlag hergestellt. Der Schlagpunkt liegt auf der Seite der Schneidenpartie. In der Seiten- und Ventralansicht erkennt man über der Schneide den Rest des Bulbus. Das Gerät wurde in die Michelsberger Kultur datiert. (Weiner J. 2005)
Das Stück ist 88mm lang und hat ein Gewicht von 51g.

 

Eine Dechselklinge, hergestellt aus einer großen Rijckholt-Klinge. Auch bei diesem Artefakt liegt der Schlagpunkt auf der Schneidenseite. Der Querschnitt ist unregelmäßig trapezförmig. Dorsal- und Ventralflächen sind nur im letzten Drittel an der Schneide überschliffen, die Längsseiten sind durch grobe Retuschen zugerichtet. Der Fund stammt von einer michelsbergzeitlich geprägten Fundstelle.
Das Gewicht der Klinge beträgt 69g, die Länge ist 90mm.

 

Diese Klinge zeigt auch Merkmale einer Dechselklinge. Im Querschnitt ist sie trapezförmig, sie hat eine flache Ventralseite und eine gewölbte Dorsalseite. Die Schneide ist stark verrundet und glatt. Möglicherweise wurde das Gerät als Feuerschlagstein genutzt.
Das Gewicht der Klinge beträgt 38g, die Länge ist 67mm.

 

Eine Dechselklinge, gefunden in einem jungneolithischen Erdwerk. Das Rohmaterial scheint ein Rijckholt-Flint zu sein. Das Stück hat ein wenig Temperatur abbekommen, die Farbe hat sich von grau zu grau-beige verändert.
Das Gewicht der Klinge beträgt 39g, die Länge ist 76 mm.

 



Literatur:

Weiner J. (1999): Neolithische Dechselklingen aus Feuersteingrundformen? Anmerkungen zu einem kaum beachteten, einzigartigen Gerätetyp. In: Beitr. Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 20,2, Weissbach 1999. 353-372
Weiner J. (2005): Eine Michelsberger Dechselklinge aus Feuerstein von Neu Lich-Steinstraß. In: Archäologie im Rheinland 2004, Köln 2005. 54-56
   
   
   
   
 

 

 

 
     

 

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