Einführung und Übersicht :: Steinzeit :: Artefakte :: Rohmaterial :: Steinfunde :: Keramikfunde

Funddokumentation :: Zeichnung und Foto :: GIS :: Links :: Literatur :: Virtuelles Museum :: Forum :: Glossar :: Index

 



Steinfunde

Paläolithikum

Stein-Artefakte

Mesolithikum

Kernsteine
Klingen
Kratzer
Mikrolithen
Pfeilspitzen

Neolithikum

Kernsteine
Klingen, Lackglänze
Kratzer
Jungneolithische Spitzklingen
Bohrer
Pfeilspitzen
Feuerschlagsteine
Beile aus Feuerstein
Beile aus Felsgestein
Dechsel aus Feuerstein
Dechsel aus Felsgestein
Äxte
Mahlsteine
Schleifsteine
Pfeilschaftglätter, Pickgruben, Rillensteine
Klopfsteine
Farbsteine

Jüngere Zeiten

Stein-Artefakte

Undatiert

Sonstiges, Ufos

 

 

 

Neolithische Schleifsteine

   


Unter dem Begriff Schleifsteine sind hier Geräte aus Felsgestein zusammengefaßt, die vermutlich zum Schleifen diverser Gegenstände dienten. Häufig ähneln sie den Mahlsteinen, unterscheiden sich von diesen aber durch eine glatte Arbeitsfläche. Während die Mehrzahl der im Rheinland vorkommenden Mahlsteine aus quarzitischem Sandstein grober Körnung hergestellt wurden, bestehen die Schleifsteine überwiegend aus feinkörnigem, relativ weichem Sandstein aber auch aus hartem Quarzit. Die Wahl des Materials ist stark vom vermeintlichen Einsatzzweck bestimmt. Auf weichen Sandsteinen wurden Artefakte aus organischen Stoffen, wie Knochen oder Geweih bearbeitet, härtere Steine dienten wahrscheinlich zum Schliff von Beilklingen aus Fels- oder Feuerstein.
Im Unterschied zu den Mahlsteinen, die ja funktionsbedingt immer eine langschmale Form haben, können Schleifsteine in vielfältigen Formaten auftreten. Es gibt sie als flache Schleifwannen mit manchmal zwei gegenüberliegenden muldenförmigen Arbeitsflächen, man findet sie mit fast planer Oberfläche, es tauchen Stücke auf, die längliche Mulden besitzen und manchmal haben sie rillenförmige Vertiefungen. Man kennt nicht die eindeutige Funktion solcher Geräte, meist ist auch eine sichere chronologische Einordnung problematisch.



Eine kleine Schleifwanne aus Sandstein.
Das Stück ist 130 mm lang und hat ein Gewicht von 650 g.

 

Bruchstück einer großen Schleifwanne aus hartem Quarzit. Auf solchen Steinen wurden Flint-Beilklingen geschliffen. Häufig wurden Schleifwannen beidseitig benutzt. Wie das folgende Foto zeigt, war das auch bei diesem Exemplar der Fall.
Das Gewicht des Steines beträgt 1277 g, die Länge ist 120 mm.

 

Ein Ausschnitt der Unterseite der Wanne. Auch hier sieht man einen geschliffenen Bereich. Der Fund stammt von einer jungneolithischen Stelle.

 

Eine flache Schleifplatte aus Quarzit mit kaum ausgeprägter, glatter Mulde. Man wird auf solchen Steinen Beilklingen nachgeschärft haben. Der Fundort liegt innerhalb eines neolithischen Erdwerkes bei Jülich.
Das Stück ist 88 mm lang und wiegt 188g.

 

Bruchstück einer Schleifwanne aus weichem und feinkörnigem Sandstein. Auf solchen Steinen wurden vermutlich Artefakte aus organischem Material bearbeitet. Auch diese Wanne wurde beidseitig benutzt.

 



Literatur:

Fiedler L. (1979): Formen und Techniken neolithischer Steingeräte aus dem Rheinland. In: Rheinische Ausgrabungen Band 19 - Beiträge zur Urgeschichte des Rheinlandes III, Köln. 53-190.
Kegler-Graiewski N. (2007): Beile - Äxte - Mahlsteine. Zur Rohmaterialversorgung im Jung- und Spätneolithikum Nordhessens. Dissertation, Köln 2007
   
   
   
   
 

 

 

 
     

 

   Fragen, Hinweise, Kritik? •  rolfpeter.g@googlemail.com