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Steinfunde

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Farbsteine

Jüngere Zeiten

Stein-Artefakte

Undatiert

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Farbsteine

   
Bei den Farbsteinen handelt es sich nicht um Geräte im eigentlichen Sinne, sondern um Gesteine, die zur Erzeugung von Farbstoffen benutzt wurden. Als Farbstein ist im Rheinland der Roteisenstein, auch Hämatit oder Rötel genannt, nachgewiesen. Das in der Eifel und im Westerwald vorkommende Eisenerz wurde auf Mahl- oder Schleifsteinen zu Pulver zerrieben und ergab so einen leuchtend roten Farbstoff.
Die Benutzung von Rötel ist seit der Altsteinzeit bekannt, eine besondere Bedeutung scheint der Farbstoff aber im Alt- und Mittelneolithikum gehabt zu haben. Nachweislich wurde Keramik mit rotem Eisenerz und hellem Kalkstein farblich verziert, Hämatit wurde als rote Streuschicht im Begräbnisritual unter und auf den Körpern der Verstorbenen genutzt. Wie entsprechend bemalte figürliche Darstellungen bandkeramischer Zeitstellung beweisen, diente der Farbstoff auch zur Körperbemalung und Einfärbung von Kleidungsstücken.
Auf vielen bandkeramischen Siedlungsstellen in der Gegend zwischen Jülich und Düren kann man beschliffene oder facettierte Hämatitstücke finden. Ab dem Jungneolithikum tauchen Hämatitfunde nur noch ausgesprochen selten in den Inventaren archäologischer Ausgrabungen auf.


Ein Roteisenstein-Rohstück von einer bandkeramischen Fundstelle bei Merzenich. Das Erz kommt in den Geröllen der Niederrheinischen Bucht - zumindest in dieser Größe - nicht vor. Es ist also von den Bandkeramikern importiert worden.
Der Stein hat ein Gewicht von 380 g.

Ein besonders großer facettierter Hämatitstein von einer bandkeramischen Fundstelle bei Merzenich.
Der Stein ist 167 mm lang und wiegt mehr als 1 kg.

Ein lang-schmaler facettierter Farbstein, bestehnd aus oolithischem Hämatit.
Das Stück wiegt 150 g und ist 93 mm lang.

Ich habe auf einem Mahlsteinbruchstück verschiedene Farbsteine von altneolithischen Fundstellen abgerieben. Man sieht die Vielfalt der unterschiedlichen Rottöne.

 



Literatur:

Kegler-Graiewski N. (2007): Beile - Äxte - Mahlsteine. Zur Rohmaterialversorgung im Jung- und Spätneolithikum Nordhessens. Dissertation, Köln 2007
   
   
   
   
 

 

 

 
     

 

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