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Stein-Artefakte

Undatiert

Sonstiges, Ufos

 

 

 

Pfeilschaftglätter, Rillensteine und Pickgruben

   


Pfeilschaftglätter

Sie bestehen meist aus Sandstein und haben eine flache, geschliffene und eine gewölbte, meist gepickte Fläche. Auf der flachen Seite ist zentral in Längsrichtung eine U-förmige Nut zu beobachten. Man vermutet, daß solche Steine paarweise mit der flachen Seite gegeneinander gelegt wurden, um Pfeilschäfte zu überschleifen. Natürlich ist aus eine einzelne Verwendung denkbar, etwa um Spitzen, Nadeln usw. aus organischem Material herzustellen.
Pfeilschaftglätter tauchen im Fundgut des Rheinlands nur recht selten auf. Die größten Stücke, bis 300 mm lang, sind in mittelneolithischen Gräbern gefunden worden. Vereinzelte Funde sind bandkeramisch zu datieren, jungpaläolithische und mesolithische Pfeilschaftglätter sind auch bekannt.

Rillensteine

Geräte aus Felsgestein mit eingetieften Rillen, die nicht die Kriterien von Pfeilschaftglättern erfüllen, bezeichnet man als Rillensteine. Die Fläche braucht nicht eben oder geschliffen zu sein, die Rillen können auch eine V-Form haben. Es handelt sich vermutlich um eine spezielle Schleifstein-Form, geeignet zum Anspitzen und Zurichten von Nadeln oder Pfriemen.

Pickmulden

Stücke mit Pickmulden weisen eine oder auch zwei, dann meist gegenständige, eingepickte Vertiefungen auf. Die Mulden sind meist rundlich, oft kreisrund, die Tiefe variiert von wenigen Millimetern bis in den Zentimeterbereich. Sie treten gehäuft im rheinischen Mittelneolithikum auf, vereinzelt aber auch in den anderern neolithischen Kulturen. In Norddeutschland finden sich sogenannte Schälchensteine, etwa faustgroße Gerölle, die machmal würfelförmig zugerichtet sind und auf deren Flachseiten sorgfältig ausgearbeitete Kalotten ausgearbeitet sind.
Die Verwendung von Pickmulden ist nicht eindeutig geklärt. Exemplare mit flacher Mulde werden als Amboß, Retuscheur oder Klopfer, tiefer ausgearbeitete Stücke als Nußknacker, Haltevorrichtung für Mahlgut an Reibsteinen oder Widerlager für Drillbohrer erklärt.


Ein Pfeilschaftglätter aus bandkeramischen Fundzusammenhang. Das Gerät besteht aus ausgesprochen grobkörnigen Sandstein.
Das Stück ist 96 mm lang und hat ein Gewicht von 246 g.

 

Sandsteingeröll mit flacher Pickgrube. Der Fund stammt von einer jungneolithischen Stelle
Das Gewicht des Steines beträgt 1210 g, die größete Länge ist 132 mm.

 

Der gleiche Stein von der Gegenseite. Auch hier ist eine Pickmulde, kleiner aber tiefer, ausgearbeitet

 



Literatur:

Fiedler L. (1979): Formen und Techniken neolithischer Steingeräte aus dem Rheinland. In: Rheinische Ausgrabungen Band 19 - Beiträge zur Urgeschichte des Rheinlandes III, Köln. 53-190.
Kegler-Graiewski N. (2007): Beile - Äxte - Mahlsteine. Zur Rohmaterialversorgung im Jung- und Spätneolithikum Nordhessens. Dissertation, Köln 2007
   
   
   
   
 

 

 

 
     

 

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