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Silex des Eozän

Im Zentrum des Pariser Beckens ist durch Eozäne Schichten geprägt. Vornehmlich im Bartonium (41,3–38 mya) bildeten sich hier Feuerstein-Lagerstätten. An den Talrändern von Seine und Marne waren diese Vorkommen schon durch natürliche Gegebenheiten aufgeschlossen. Das Material wurde während aller Phasen der Steinzeit eingewonnen und bildete eine nicht nur regional bedeutsame Rohstoffquelle.

In der deutschsprachigen Literatur taucht der Tertiärsilex meist als Silex Rubane oder Romigny-Lhéry-Feuerstein auf. In Frankreich drückt man sich mit dem Namen Silex Bartonien allgemeiner aus, denn der Silex von Romigny und Lhéry am westlichen Rand der Champagne ist nicht das einzige Vorkommen von Tertiär-Feuerstein im Pariser Becken. In Flins-sur-Seine, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Versailles oder bei Jablines, ca. 30 Kilometer ostnordöstlich von Paris an der Marne hat man bedeutende neolithische Feuersteinbergwerke ausgegraben. Da der diesbezügliche Forschungsstand in Deutschland noch nicht weit fortgeschritten ist, sollte man eine allgemein gültige Bezeichnung wie z.B. Silex des Eozän wählen.

Die Feuerstein der Kreide sind zum überwiegenden Teil grau bis schwarz gefärbt. Die Feuersteine des Eozän aus dem Pariser Becken haben meist eine beigebraune Farbe. Ein relativ sicheres Erkennungsmerkmal sind kreisrunde fossile Einschlüsse, sogenannte Oogonien. Sie kommen meines wissens bei anderen Feuerstein-Varietäten nicht vor.

Belegstück des gebänderten Eozänen Silex von den Hochflächen bei Lhéry im Département Marne.

Belegstück einer beigebraunen Silexknolle mit schwarzem Kern von einem Aufschluß südlich von Romigny im Département Marne.

Bruchstück einer geschliffenen Beilklinge aus beigefarbenem Eozänen Silex mit schwarzem Kern, gefunden bei Niederzier. Vergleiche mit dem vorherigen Bild.

Nackenbruchstück einer geschliffenen Beilklinge

Detailausschnitt der oben gezeigten Beilklinge mit deutlich erkennbaren Oogonien

Literatur:

Gilligny F. u. Bostyn F. (Hrsg.) 2016, La hache de silex dans le Val de Seine, Production et diffusion des haches au Néolithique, Leiden