Kernsteine
Im Laufe des Rheinischen Neolithikums veränderten sich die Anforderungen an Kernsteine. Während man hier im frühen Neolithikum überwiegend Klingen herstellte, hatte sich im Spätneolithikum der Schwerpunkt, vielleicht weil man höherwertige Güter importierte, zu Abschlägen verschoben. Folglich finden sich im bandkeramischen Umfeld fast nur Klingenkerne, die im Laufe der Zeit seltener werden. Im Spät- und Endneolithikum kommen schließlich fast nur noch Abschlagkerne vor.
Klingenkernsteine waren im Neolithikum ein begehrtes Gut. Um aus ihnen gute Klingen schlagen zu können, nahm man als Rohmaterial nur ausgesucht guten Feuerstein. Die Kerne wurden immer so weit abgebaut, bis man auf eine Fehlstelle im Gesteinskörper stieß oder bis sie vollständig abgebaut waren. Die Kernreste wurden in der Regel als Klopf- oder Picksteine weiterverwendet.
Vollständige, noch abbauwürdige Klingenkerne sind im Fundspektrum des Rheinlandes eine Seltenheit.